Yamaha Tricker
5 Tage Endurowandern mit dem Tricker beweisen klar, daß der
Tricker offroadtauglich ist. Man fährt im Vergleich zu Sportenduros mit etwas reduziertem Tempo
mangels Federweg und Vorderreifengrip, klettert aber an kniffligen Stellen sehr gut und meistert
notfalls auch rutschige schlammige Passagen. Der Vorderreifen ist tückisch und man vermißt die
präzise verläßliche Führung eines grobstolligen Endurovorderrades gelegentlich.
Beim Endurowandern ist der unauffällige und unaggressiv leise
Motorlauf ein Genuß.
Im Kartsportcenter Salzburg
wurde der Tricker auf Indoor-Potential hin getestet.
Ein kurzes Video dazu ist
bei Youtube.com zu besichtigen (siehe unten).
Die Serienbereifung taugt je nach Belag ganz passabel für die Karthalle.
Der Grip begann im Kartsportcenter abzureissen in einem Bereich, wo bereits
der Rahmen bei den
Fußrastenträgern aufzusetzen droht und man sich ohnehin aushebelt.
Der Fahrstil ist vorsichtig anzupassen, indem möglichst viel
Gewicht vom Motorrad genommen wird und auf die kunststoffplattenbewehrte
Gleitsohle des Innenfuß gebracht wird um Aufsetzen zu verhindern
und etwas Ruhe in das weiche Fahrwerk zu bringen.
Es wurde auch ein
einstellbares WP Federbein mit 85 N/mm Feder verbaut, welches das Fahrzeug
weniger tief einsinken läßt.
Unten an die Standardfußrasten wurden zurechtgeschliffene aus Brotzeitbrettln
ausgesägte Kunststoffpads angeschraubt, wie es oft vom Hallenbetreiber
vorgeschrieben ist.
Das letzte Bild zeigt die eingeschränkte Schräglagenfreiheit des Tricker. Trotz deutlich härteren Federbeins gegenüber Serie setzt bereits bei moderater Schräglage (im Supermotobetrieb!) mitunter der Rahmen beim Fußrastenträger auf. Vergleiche selbige Stelle gefahren mit Beta Motard 400, ebenfalls kein besonders sportliches Moped, aber deutlich mehr Schräglagenfreiheit und Rundenzeiten um 2 Sekunden schneller, was nicht an der Motorleistung liegt. Im Straßenbetrieb ist das allerdings kein Thema.
Verschiedene Umbaumaßnahmen für Wintereinsätze in
Hallenkartbahn. Schwarze Krümmer- und Endtopfblende.
Und auch in der Halle immer schön leise. Siehe Video unten.
Dank der Japan-Sammelbestellung eines trickerfahrenden Bekannten war es möglich,
2008 noch an neue Motorschutzringe zu kommen. In Europa sind Tricker-Zubehörteile seit langem
nicht mehr erhältlich.
Eine der weniger schönen Seiten am Tricker ist der kapriziöse Teikei MV33 Vergaser. Eine wirklich
einwandfrei saubere Einstellung ist mir bisher nicht gelungen, stattdessen habe ich die Leerlaufgemischregulierschraube
samt Gewinde zerstört und mühsam restauriert. Im Bild der Vergaser mit grob ermittelten Außenabmessungen.
Wesentlich mehr Platz ist am Fahrzeug nicht geboten, bei größeren Vergasern wird es zu eng.
Erste Schlüsselstelle beim Umbau sind die beiden links gezeigten Stecker.
Damit ist der Tachokabelstrang am Hauptkabelstrang angesteckt. Die Stecker waren
leider nicht aufzutreiben. Somit wurden sie mit ca 10cm Kabel daran vom Tachokabelbaum
abgeschnitten und mit neuen KFZ-Steckern versehen. Man erhält zwei Adapterkabel
vom Hauptkabelstrang zum Tachokabelstrang, an dessen abgeschnittenem Ende natürlich
passende Gegenstecker montiert werden müssen. Ziel ist, statt des Analoginstruments
hier ein Digitalinstrument mit einem passend modifizierten Kabelstrang anzustecken.
Rechts im Bild sieht man die Adapterkabelstücke angesteckt am selbstmodifizierten
Teilkabelstrang des Digitalinstruments. Daneben das Serieninstrument mit passenden Steckern für
die Adapterkabel. Die Steckerbelegung ist auszutüfteln und birgt zwei kleine Fallen:
Hier das Display mit dem angepassten und verschrumpften Kabelpolyp mit 4 Anschlußsteckern.
Die gezeigten Stecker sind wie folgt belegt:
Die ab Werk völlig ungeschützte Verkabelung von Rücklicht und hinteren Blinkern
durch einzeln verlegte Leitungen kann man mit Schrumpfschlauch in verschiedener passender Dicke
verbessern. Ganz links im Bild, beim Rücklicht werden die drei Leitungen von Licht und
den beiden Blinkern durch einen Kabelbinder wie serienmäßig vorhanden zusammengefasst.
Mit einem dicken Schrumpfschlauch wird dann
der hintere Bereich bis zum Stützblech verhüllt. Ab hier verläuft das Lichtkabel
geschützt zwischen Plastikkotflügel und Blech, die Blinkerleitungen dagegen verlaufen
ungeschützt durch die Ösen und werden deshalb mit etwas dünnerem Schrumpfschlauch
zusammengefasst, soweit sie im Kotflügelbereich verlaufen. Die kurzen einzelnen Leitungen
zum Rücklicht können mit Klebeband weiter geschützt werden. Die Gefahr von Kabelrissen
durch hochgeschleuderte Gegenstände wird verringert, und die Reinigung unter dem Heckkotflügel
wird vereinfacht. Das Stützblech ist extrem schwer. Man könnte durch eine saubere
Metallbearbeitung durch Ausschneiden bzw. -bohren hier etwas Gewicht am Heck loswerden, ohne
nennenswert Stabilität einzubüssen.